Die Ordnungen der Liebe

Grundlegend für Hellingers Arbeit ist die Erkenntnis, dass in Familiensystemen unsichtbare, sehr wirksame Bindungen bestehen, die das Leben des Einzelnen weit mehr bestimmen, als ihm normalerweise bewusst ist. Diese unsichtbaren Bindungen sind auch schon vor Hellinger gesehen worden. Mit seiner Methode der Familienaufstellungen werden sie sichtbar, und dadurch können sie, anstatt Ursache von Leid und Unglück zu sein, zu einer Quelle der Kraft werden.

Die Bindungen bestehen über die Generationengrenzen hinweg zwischen allen, die zum System der Familie gehören, unabhängig davon, ob ihre Existenz bekannt ist oder nicht. In besonderer Weise wirken diese Bindungen zwischen Eltern und ihren Kindern.

Als zweite wichtige Erkenntnis kam das Prinzip der Zugehörigkeit aller zu einem System dazu. Alle, die zu einem Familiensystem gehören, müssen auch dazugehören dürfen und im Blick sein, also auch die Toten sowie die in Vergessenheit geratenen und abgewerteten Mitglieder des Systems, z. B. auch die früheren Partner, früh verstorbene Kinder, "schwarze Schafe" in der Familie. Außerdem muss die Ordnung eingehalten werden. Diese bemisst sich ausschließlich nach der Reihenfolge des Eintritts ins System. Deshalb haben Eltern Vorrang vor den Kindern und Kinder aus einer früheren Beziehung haben Vorrang vor dem neuen Partner, der neuen Partnerin.

Zum Verständnis der Dynamik in Familien ist darüber hinaus das Prinzip des Ausgleichs wichtig. Es scheint so etwas wie ein Familiengewissen zu geben, das dafür sorgt, dass geschehenes Unrecht ausgeglichen wird. Dies geschieht z. B. in der Weise, dass sich ein Kind oder Enkelkind unbewußt ein schweres Schicksal bereitet.

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